Schützen sie Smartphones und PCs
Smartphone, Tablet und Computer gehören heute selbstverständlich zum Alltag von Kindern und Jugendlichen. Sie werden für Schule, Kommunikation, Unterhaltung, Spiele und soziale Netzwerke genutzt.
Damit Kinder die Vorteile digitaler Medien nutzen können, ohne unnötigen Risiken ausgesetzt zu sein, sollten Eltern technische Schutzmaßnahmen mit klaren Regeln und einer offenen Begleitung verbinden.
Diese Seite gibt Ihnen Anregungen, was Sie als Eltern tun können.
Überlassen Sie Ihrem Kind ein neues Smartphone, Tablet oder einen Computer nicht einfach mit den Werkseinstellungen.
Nehmen Sie sich Zeit und gehen Sie die wichtigsten Einstellungen gemeinsam durch:
- Richten Sie ein eigenes Benutzerkonto für Ihr Kind ein.
- Verwenden Sie bei jüngeren Kindern ein Kinderkonto bzw. eine Familienverwaltung.
- Legen Sie ein angemessenes Alter und Geburtsdatum im Kinderkonto fest.
- Installieren Sie nur Apps, die für das Alter Ihres Kindes geeignet sind.
- Überprüfen Sie die Altersfreigaben von Apps, Spielen, Filmen und anderen Inhalten.
- Aktivieren Sie automatische Software- und Sicherheitsupdates.
- Verwenden Sie ein sicheres Passwort bzw. eine sichere PIN und geben Sie diese nicht an andere Kinder weiter.
- Aktivieren Sie, sofern verfügbar, Diebstahlschutz und „Gerät suchen“.
- Sichern Sie wichtige Fotos und Daten regelmäßig.
Wichtig: Wenn Sie ein älteres Smartphone oder Tablet an Ihr Kind weitergeben, setzen Sie das Gerät möglichst zunächst auf Werkseinstellungen zurück. So werden Ihre persönlichen Daten, Fotos, Konten und gespeicherten Passwörter nicht mit übertragen.
Eine ausführliche Anleitung zur kindersicheren Einrichtung verschiedener Geräte finden Sie bei Medien-kindersicher.de. Das Portal bietet Schritt-für-Schritt-Anleitungen für Smartphones, Tablets, Computer, Spielekonsolen und zahlreiche Apps.
Moderne Smartphones, Tablets und Computer bieten umfangreiche Möglichkeiten, die Nutzung von Kindern zu begleiten und zu begrenzen.
iPhone und iPad
Bei Apple können Eltern über Familienfreigabe und Bildschirmzeit unter anderem:
- tägliche Nutzungszeiten festlegen,
- Ruhezeiten definieren,
- einzelne Apps begrenzen oder sperren,
- Altersfreigaben für Apps und Medien festlegen,
- Käufe und Downloads genehmigen,
- Kommunikationsmöglichkeiten einschränken,
- bestimmte Webseiten sperren,
- bestimmte Websites nur nach elterlicher Genehmigung freigeben.
Apple entwickelt diese Funktionen laufend weiter. Deshalb sollten Eltern die Einstellungen regelmäßig überprüfen und die Geräte aktuell halten. (Apple Support)
Apple-Anleitung:
Familienfreigabe und Kindersicherung bei Apple
Android-Smartphones und -Tablets
Bei Android-Geräten bietet Google Family Link unter anderem:
- Bildschirmzeit anzeigen,
- tägliche Nutzungszeiten festlegen,
- einzelne Apps begrenzen,
- Apps genehmigen oder sperren,
- Inhalte altersgerecht filtern,
- Käufe und Downloads kontrollieren,
- bestimmte Ruhezeiten festlegen,
- bei kompatiblen Geräten den Standort des Gerätes anzeigen.
Welche Funktionen zur Verfügung stehen, hängt vom Gerät, vom Alter des Kindes und den verwendeten Diensten ab. (klicksafe.de)
Anleitung:
Google Family Link – Informationen für Eltern
Windows-PC und Xbox
Für Windows-PCs und Xbox-Geräte bietet Microsoft Family Safety unter anderem Zeitbeschränkungen und weitere Familienfunktionen. Bildschirmzeit kann für einzelne Geräte bzw. innerhalb der Familiengruppe festgelegt werden. (Microsoft Support)
Anleitung:
Microsoft Family Safety
Besprechen Sie mit Ihrem Kind, dass neue Apps nicht einfach installiert werden, sondern zunächst gemeinsam geprüft werden.
Dabei sollten Sie fragen:
- Wofür wird die App benötigt?
- Wie alt muss man laut Anbieter sein?
- Welche persönlichen Daten werden verlangt?
- Kann man mit fremden Personen kommunizieren?
- Gibt es Chats oder Direktnachrichten?
- Können andere Personen das eigene Profil sehen?
- Gibt es Werbung?
- Gibt es In-App-Käufe?
- Kann das Kind seinen Standort teilen?
- Welche Inhalte können über die App erreicht werden?
- Gibt es Funktionen, die für jüngere Kinder ungeeignet sind?
Bei jüngeren Kindern empfiehlt es sich, Downloads grundsätzlich durch die Eltern freigeben zu lassen.
Bei Jugendlichen sollte die Kontrolle zunehmend durch gemeinsame Entscheidungen und Medienkompetenz ersetzt werden.
Kinder können im Internet sehr schnell auf Inhalte stoßen, die nicht für ihr Alter geeignet sind.
Dazu gehören beispielsweise:
- Gewalt und extreme Gewaltvideos
- Pornografie und sexualisierte Inhalte
- Hass und Diskriminierung
- Selbstverletzung und Suizid-Inhalte
- gefährliche Challenges
- extremistische Inhalte
- Desinformation und Fake News
- betrügerische Angebote
- manipulative oder kommerzielle Inhalte
Aktivieren Sie deshalb die verfügbaren Jugendschutz- und Filterfunktionen.
Dabei gilt jedoch: Kein Filter funktioniert perfekt!
Technische Schutzmaßnahmen können die Wahrscheinlichkeit verringern, dass Kinder auf problematische Inhalte stoßen. Sie ersetzen aber nicht das Gespräch mit dem Kind. Auch klicksafe empfiehlt, technische Maßnahmen mit Begleitung und klaren Regeln zu verbinden. (klicksafe.de)
Eine gute zentrale Anlaufstelle für die technische Einrichtung ist:
Medien-kindersicher.de – Schritt-für-Schritt-Anleitungen für Eltern
Dort können Eltern Gerät, Betriebssystem und verwendete Dienste auswählen und erhalten passende Anleitungen.
Eine feste Zahl von Minuten, die für jedes Kind gleichermaßen gilt, gibt es nicht.
Entscheidend ist der gesamte Tagesablauf:
- Schlaf
- Schule und Hausaufgaben
- Bewegung und Sport
- Freunde und Familie
- Hobbys
- Erholung
- Mediennutzung
klicksafe weist deshalb darauf hin, dass konkrete Zeitangaben nur Orientierungswerte sein können und die gesamte Bildschirmzeit berücksichtigt werden sollte. (klicksafe.de)
Technische Zeitlimits können trotzdem sehr hilfreich sein.
Beispielsweise können Sie vereinbaren:
An Schultagen
- keine Unterhaltung am Smartphone während der Hausaufgaben,
- bestimmte Zeitfenster für Social Media und Spiele,
- keine Smartphones beim Essen,
- Smartphone abends außerhalb des Kinderzimmers.
Nachts
- Smartphone und Tablet werden nicht mit ins Bett genommen,
- Geräte werden an einem festen Ort geladen,
- Benachrichtigungen werden während der Schlafenszeit deaktiviert.
Am Wochenende
- etwas großzügigere Zeiten,
- aber weiterhin ausreichend Zeit für Schlaf, Bewegung, Freunde und gemeinsame Aktivitäten.
Wichtig ist, dass Schul- und Lernzeiten nicht einfach als „Bildschirmzeit“ behandelt werden. Ein Referat am Computer ist etwas anderes als drei Stunden TikTok oder Gaming.
Regeln funktionieren besser, wenn Kinder und Jugendliche an ihrer Entstehung beteiligt sind.
Besprechen Sie gemeinsam:
Smartphone
- Wo darf das Smartphone benutzt werden?
- Wann bleibt es ausgeschaltet?
- Wird es nachts außerhalb des Zimmers geladen?
- Darf das Smartphone mit zum Essen?
- Wer bezahlt zusätzliche Kosten?
- Was passiert bei Verlust oder Beschädigung?
Internet
- Welche persönlichen Informationen dürfen veröffentlicht werden?
- Welche Fotos dürfen verschickt oder veröffentlicht werden?
- Was tun wir, wenn jemand das Kind online beleidigt?
- Was tun wir, wenn ein Fremder Kontakt aufnehmen möchte?
- Wann muss das Kind einen Erwachsenen informieren?
Apps und Spiele
- Welche Apps dürfen installiert werden?
- Welche Altersfreigaben gelten?
- Wie werden In-App-Käufe geregelt?
- Welche Spiele sind erlaubt?
- Mit wem darf das Kind online spielen oder chatten?
Social Media
- Welche Netzwerke dürfen genutzt werden?
- Wer darf Beiträge und Fotos sehen?
- Welche Informationen gehören nicht ins Internet?
- Wie geht das Kind mit Freundschaftsanfragen unbekannter Personen um?
- Was tun wir bei Cybermobbing?
Ein gemeinsam erstellter Mediennutzungsvertrag kann dabei helfen. Das kostenlose Angebot von klicksafe und Internet-ABC ermöglicht es, Regeln für Nutzungszeiten, Smartphones, Internet, Videos und Spiele gemeinsam festzulegen. (klicksafe.de)
Technische Kontrollen können vieles verhindern – aber nicht alles.
Deshalb sollte Ihr Kind wissen:
Wenn im Internet etwas Unangenehmes passiert, kann es immer zu Ihnen kommen.
Sprechen Sie regelmäßig darüber:
- Welche Apps nutzt du gerade?
- Was schaust du auf YouTube oder TikTok?
- Welche Spiele spielst du?
- Mit wem spielst oder chattest du?
- Was war heute online interessant?
- Ist dir etwas Komisches oder Unangenehmes begegnet?
- Hast du etwas gesehen, das dir Angst gemacht hat?
Versuchen Sie zunächst zuzuhören und nicht sofort mit Verboten zu reagieren.
Wenn Kinder befürchten müssen, dass ihnen bei einem Problem sofort das Smartphone weggenommen wird, erzählen sie möglicherweise nicht, was passiert ist.
Je jünger ein Kind ist, desto stärker müssen Eltern die Nutzung begleiten.
Mit zunehmendem Alter sollte Kontrolle zunehmend durch Vertrauen und Eigenverantwortung ersetzt werden.
Das bedeutet:
Bei jüngeren Kindern
- Geräte gemeinsam einrichten,
- Apps gemeinsam auswählen,
- Nutzungszeiten technisch begrenzen,
- Inhalte stärker filtern,
- Nutzung regelmäßig gemeinsam anschauen.
Bei Jugendlichen
- Regeln gemeinsam vereinbaren,
- über Risiken sprechen,
- Einstellungen gemeinsam überprüfen,
- Verantwortung schrittweise übertragen.
Vermeiden Sie eine heimliche Überwachung des Kindes, soweit sie nicht aus einem konkreten Schutzgrund erforderlich ist.
Ziel sollte nicht sein, alles zu kontrollieren, was das Kind macht, sondern das Kind Schritt für Schritt dazu zu befähigen, digitale Medien selbstständig und sicher zu nutzen.
Sprechen Sie mit Ihrem Kind darüber, welche Informationen nicht öffentlich ins Internet gehören.
Dazu zählen beispielsweise:
- vollständiger Name
- Adresse
- Telefonnummer
- Schule und Klasse
- Passwörter
- Standort
- Urlaubspläne
- Fotos von Wohnung und Kinderzimmer
- Fotos anderer Personen ohne deren Zustimmung
Auch Standortfreigaben sollten bewusst eingesetzt werden.
Prüfen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind, welche Apps auf Standort, Mikrofon, Kamera, Kontakte und Fotos zugreifen dürfen.
Grundregel:
Je weniger persönliche Daten eine App benötigt, desto besser.
Viele Apps und Spiele sind kostenlos – können aber trotzdem Geld kosten.
Achten Sie insbesondere auf:
- In-App-Käufe
- Abonnements
- virtuelle Währungen
- kostenpflichtige Zusatzfunktionen
- Käufe innerhalb von Spielen
- Premium-SMS und kostenpflichtige Rufnummern
- automatische Verlängerungen von Abonnements
Bei jüngeren Kindern sollten Käufe grundsätzlich eine elterliche Freigabe benötigen.
Auch Jugendliche sollten wissen, dass ein Klick auf „Kaufen“ oder der Abschluss eines Abonnements eine echte finanzielle Verpflichtung bedeuten kann.
Aktualisieren Sie regelmäßig:
- Betriebssystem
- Browser
- Apps
- Virenschutz
- Sicherheitsprogramme
Aktivieren Sie nach Möglichkeit automatische Updates.
Gerade bei Geräten von Kindern sollten Sicherheitsupdates nicht aufgeschoben werden.
Wenn Sie ein altes Gerät an Ihr Kind weitergeben, prüfen Sie zunächst, ob es noch Sicherheitsupdates erhält.
